musikgarten

Ich sitz fest. Irgendwie im falschen Film. Ein Raum voller Mütter und alle Tanzen munter im Kreis und singen. Während wir uns mit den Kleinen auf dem Arm drehen und hüpfen, versuch ich bei dem Lied mitzusingen. Aber irgendwie versteh ich immer nur „Die Bären tanzen Pogo“. Ein wenig belämmert komm ich mir da ja schon vor.

Allerdings macht die Gruppenleiterin das Programm für die Kleinen ganz süß. Am Anfang dachte ich noch, dass das nur Beschäftigungstherapie für die Mütter ist, aber tatsächlich macht es den Kleinen sichtlich Spaß und sie lauschen gebannt, oder klopfen auf den Trommeln rum.

Ob sich durch den Besuch des Musikgartens automatisch Musikgenies entwickeln glaube ich aber trotzdem nicht, zumal die gesanglichen Qualitäten der Mütter und Väter stark variieren. Wobei, Väter ist auch stark übertrieben. Genaugenommen gibt es nur einen Vater der vor sich hin brummt und hofft, dass es nicht auffällt, dass er damals im Schulchor genau eine Stunde mitsingen musste. Danach hatte er dann immer Freistunden, was dem kleinen Papa ziemlich cool vorkam. In der Retrospektive öffnen sich ihm da allerdings ganz neue Deutungsweisen.

Im Musikgarten durfte ich jedenfalls immer wieder kommen und habe jetzt sogar eine eigene Papastrophe beim Begrüßungs- und Abschiedslied. Wenn mich jetzt aber jemand nach dem Lied, der Melodie oder dem genauen Text fragt, muss ich leider passen. Nach jedem Musikgarten sind sämtliche Lieder ganz plötzlich wieder aus dem Kurzzeitgedächtnis gelöscht. Ich hab mal gelesen, dass nach besonders traumatischen Erlebnissen das menschliche Gehirn Gedächtnissblockaden entwickelt, eine Art Schutzmechanismus um nicht mit besonders belastenden Situationen konfrontiert zu werden. Memento lässt grüßen. Vielleicht dreh ich ja auch mal einen Film drüber. Mal sehen.

Achja, falls jemand aus irgendwelchen dubiosen Gründen noch nie Pogo getanzt haben sollte: