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Wenn man einen Blog schreibt, bekommt man früher oder später auch Anfragen, ob man nicht auch mal ein Produkt vorstellen will. In mehr oder weniger seriösen Mails mit mehr oder weniger seriösen Links werden einem Bücher, Autos, Spielsachen, Kinderwagen, Ausflugsziele, Bastelartikel andere Blogs und sowieso alles was auch nur im entferntesten die Zielgruppe der Blogleser interessieren könnte, empfohlen. Und ja, dafür gibt es auch mitunter Geld.

Eigentlich wollte ich mich bei dieser ganzen Sache nicht beteiligen, aber ein paar Dinger fand ich persönlich doch ganz interessant. Unter anderem auch deshalb, weil einige Emails die mich erreicht haben doch sehr freundlich, höflich und personalisiert waren. Wenn ich dann auch noch festgestellt habe, dass die Leute tatsächlich meinen Blog gelesen haben und nicht einfach Blindmails wie: „In Ihrem Blog geht es doch auch auch um´s Weihnachtssternebasteln..“ waren sie zumindest mal in der engeren Auswahl.

Eines der Produkte die es geschafft haben, ist der Doona. Eine Sitzschale für das Auto, die sich in einen Buggy umfunktionieren lässt. Und zwar komplett, mit Rollen und allem drum und dran. Die gleiche Idee hatte ich nämlich auch schon gehabt und ich war sehr neugierig wie dies umgesetzt wurde. Fotos sagen mehr als 1000 Worte, deshalb hier noch einmal die Funktionsweise deutlich gemacht:

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Bevor es nun an den Produkttest und meine abschließende Bewertung geht noch zwei Sachen vorneweg. Ich habe kein Geld für den Test, damit allerdings auch keinerlei Auflagen für den Ausgang des Testes erhalten. Falls der Doona also nicht meinen Ansprüchen genügt, dann fällt er im folgenden Test durch. Spannend, was? Also gleich weiter im Text:

Nachdem ich mich also für den Test bereit erklärt habe, war es Anfang Dezember dann soweit. Ich erhielt einen fabrikfrischen Doona per Kurier zum exklusiven zweiwöchigen Test.
Die Verpackung und das ganze Zubehör macht einen sehr hochwertigen Eindruck und der erste Aufbau erfolgt sehr schnell. Der Doona sieht richtig schick aus wenn er ausgeklappt ist. Das Design gefällt mir schon mal gut. Die eine oder andere Sache hätte ich vielleicht anders gemacht, aber das muss ich an der Stelle als Designer ja auch sagen.

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Die Anleitung führe ich mir auch mal zu Gemüte, muss schnell wieder aufgeben. Unnötig kompliziert und die erklärenden Fotos sind schwarz/weiß und damit absolut nicht zu erkennen. Die Kleine wird also ohne Anleitung reingesetzt und fühlt sich trotzdem sichtlich wohl. Ich hab den Eindruck, dass der Doona für das Kind etwas geräumiger und größer als unser verwendeter MaxiCosi ist. Das ein- und ausklappen funktioniert selbst ohne Anleitung tadellos und lässt sich auch mit Kind in der Sitzschale bewerkstelligen. Der Doona ist überraschend leicht, dafür dass der ganze Mechanismus und die Rollen dranhängen. Ins Auto reinheben und wieder raus ist also kein Problem. Laut Hersteller ist der Donna bis 13kg geeignet. Die Kleine wiegt deutlich weniger und passt mit knapp 12 Monaten noch gut rein. Sie ist allerdings auch kein Riesenbaby sondern eher in der unteren Hälfte der Gewichts- und Größenkurve.
Ebenfalls super lassen sich mit dem Doona Treppen überwinden. Einfach den Tragebügel hochklappen und mit einer Hand lässig nach oben oder unten tragen.

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Die Leichtigkeit des Doona hat allerdings auch seine Nachteile. Das Ding fährt sich, (wie jeder andere leichte Buggy allerdings auch) etwas wackelig. Ein Kinderwagenersatz ist es nicht. Will es aber auch gar nicht sein. Was mir auch sofort auffällt ist die Wendigkeit. Damit kann man richtig gut durch die Gegend flitzen und schnelle Harken schlagen. Wichtig vor allem im Drogerie- und Supermarktjagdgebiet und auf der Strecke bis zum Auto. Selbst über Kopfsteinpflaster kommt man auch noch recht gut. Hatte ich mir schlimmer vorgestellt. Lediglich im Baustellenkies hat der Doona irgendwann aufgegeben. Ging zwar noch irgendwie aber nicht sonderlich gut. Aber das ist nun auch wirklich nicht das bevorzugte Einsatzgebiet.

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Eine negative Sache ist mir dann aber doch noch aufgefallen, nämlich die Höhe des Doona. Das ganze Ding wirkt sowieso schon ein wenig wie ein kleiner Puppenwagen, wenn man etwas größer ist und ab 1,85m aufwärts muss man sich runter beugen um an den Schiebegriff zu kommen. Dadurch gibt man (oder zumindest ich) unwillkürlich etwas Gewicht auf den hinteren Bereich des Doona und das Ding kippelt leicht zu einem. Hat mich anfangs etwas durcheinander gebracht. Kann man sich aber durch weniger aufstützen abgewöhnen. Trotzdem wäre ein Höhenverstellbarer Griff eine deutliche Aufwertung des Produktes.

Der Doona hat einiges an schickem Zubehör, welches man sich allerdings noch zusätzlich kaufen muss/kann. Einen Regenschutz der das Ding komplett einkleidet. Eine ziemlich schicke Einkaufstasche, die sich hervorragend am Lenker und auch im hinteren Bereich des Doona anbringen lassen kann. Ist diese Beladen gewinnt der Doona auch an Stabilität, bis man es übertreibt, dann kippelt er wieder. Ist allerdings schwierig, da die Tasche nicht unendlich dehnbar ist. Einen Wocheneinkauf macht man damit jedenfalls nicht. Aber für den schnellen Supermarktsprint und eine ordentliche Gläschen- und Milchration langt es auf jeden Fall. Selbst Windelpackungen passen, sofern man nicht den XXXL – Vorratspacken nimmt.

Im Auto selber macht der Doona auch eine gute Figur. Wie schon gesagt, das Ding lässt sich supereasy auseinander- und zusammenfalten. Mit einem Handgriff ist man soweit und kann ein- bzw. ausladen. Im Auto angebracht wird der Doona entweder per Anschnallgurt. Ähnliches Prinzip wie beim Maxicosi, oder mit einer Isofix-Station. Richtig ungewohnt hierbei ist, dass man trotz bequemen fahren zum Auto, anstelle dem nervigen Babysitz schleppen, im Kofferraum noch den kompletten Platz hat. Kein Kinderwagengestell, kein Buggy, nichts. Nur der Doona auf dem Rücksitz. Der einzige Nachteil hierbei ist, dass wenn das Wetter schlecht ist und man durch Regen, Pfützen oder Matsch gefahren ist, die Reifen natürlich eingesaut sind. Es gibt zwar eine Schutzplane von Doona für die Autositze, jedoch nicht für den hinteren Teil des Vordersitzes. Es kann also beim Einladen des Doonas passieren, dass die eingeklappten Räder die Inneneinrichtung des Autos verschmutzen. Da unser Auto innen schwarz ist und ich es als reines Nutztier ansehe ist mir das relativ Wurscht und ich konnte beim Test auch keine unangenehmen Flecken feststellen. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass einige Autoverliebte an dieser Stelle Angst um ihr weißes Velourleder bekommen. Hier wäre es schön, wenn sich die Räder des Doona komplett versenken würden (was natürlich schwierig umzusetzen ist), oder wenn es Abdeckkappen für die Räder gäbe. Ein weiterer Punkt, der mir aufgefallen ist, dass der Vordersitz etwas weiter nach vorne geschoben werden muss, da der Doona offenbar ein wenig mehr Platz benötigt als der MaxiCosi.

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Alles in allem hat mich der Doona allerdings überzeugen können. Vor allem der unkomplizierte Mechanismus, das Design und das überraschend leichte Gewicht find ich super und ich trenn mich nur ungern wieder vom Doona. Den Preispunkt von 330€ finde ich gerechtfertigt, man muss sich allerdings bewusst sein, dass man keinen Buggy- oder Kinderwagenersatz kauft, sondern eine große Erleichterung im Babyschalenbereich. Fährt man wie wir nur einmal im Monat mit dem Auto lohnt es sich wahrscheinlich eher nicht, für Vielfahrer aber eine echte Alternative.

Nochmal schnell zusammengefasst:

Positiv:
-Design und Verarbeitung machen einen sehr guten Eindruck
-Ein- und Ausklappmechanismus funktioniert tadellos
-Endlich kein nerviges Babyschalenschleppen. Man fährt einfach zum Auto
-sehr gutes Gewicht
-Superwendig

Negativ:
-kein höhenverstellbarer Griff. Für große Menschen auf längeren Strecken nicht ganz so gut geeignet
-kann Auto innen Verschmutzen
-Anleitung verbesserungswürdig