silvester

Wieder ein Jahr um. Und das letzte Jahr war eines der schönsten bis jetzt. Trotz und vielleicht auch gerade wegen Geschichten wie der folgenden:

Während sich unser Krankheitskarussell munter weiter gedreht hat und nach der 2. Mamagrippe nun pünktlich zu Silvester wieder die Kleine an der Reihe ist, waren unsere sowieso nur spärlich vorhandene Silvester Pläne vollkommen torpediert. Wir blieben also zu dritt alleine bei den Großeltern zu Hause.

Nachdem die Kleine relativ schnell eingeschlafen ist konnten wir unsere kleine Party starten und verbrachten die Zeit mit erbitterten eckolo Duellen sowie der monumentalen Aufgabe nebenher etwas Platz im exquisiten Weinvorrat des Schwiegerpapas zu schaffen. Die edlen Tropfen schmeckten hervorragend und tranken sich entsprechend gut weg was sich auch in der Laune widerspiegelte, die sowieso schon recht gut war, da wir uns nach der letzten Nacht schon mit dem Gedanken angefreundet hatten endlich auch ein Kind zu haben, dass durchschläft.

Schließlich schlug die Uhr zwölf und das neue Jahr startete in dem kleinen beschaulichen Dörfchen in dem die Großeltern leben mit überraschend aufwendigen Feuerwerk. Schön anzuschauen aber dann trotzdem immer wieder der Blick zum Babyfon (welches tatsächlich bis zu den Nachbarn auf der gegenüberliegenden Straßenseite reicht) ob die Kleine nicht doch wachgeböllert wird. Unglaublicher Weise blieb das Babyfon aber ruhig und die Kleine schlief seelenruhig weiter. Eine Stunde nach Neujahr immer noch kein Mucks. Unser Durchschlafkind wird fassbar und real und das trotz Schnupfen! Das Jahr fängt ja gut an und unsere schicke zweier Party konnte noch euphorischer tatsächlich weitergehen. Frohgemut machte ich mich also an das Öffnen des nächsten edlen Tropfen , doch gerade als ich den Korkenzieher ansetze knackst das Babyfon.

Aber kein Geschrei. Nach kurzer Beratung entscheiden wir uns, dass ich doch mal nach dem Rechten sehen soll. Am Kinderbettchen angekommen schauen mich Untertassengroße Augen an und ein fröhliches „Ga!“ schallt mir entgegen. Kein Problem denke ich. Ist ja gut gelaunt die Kleine. Kurz Händchen halten und dann schläft sie schon wieder ein.

Eine Stunde später läuft die Silvesterparty immer noch im Schlafzimmer. Allerdings anders als ich mir das vorgestellt habe und jetzt zu dritt. Sämtliche Versuche das glückliche und extrem wache Kind davon zu überzeugen, dass eigentlich immer noch tiefste Nacht ist, werden mit großem Grinsen und fröhlichen „Wababamaba!“ quittiert und ich übergebe resigniert an die Mama. . Ein wehmütiger Gedanken an den“ Bricco dell’uccellone“ der nun wohl wieder in den Weinvorrat zurück wandert. Die Eltern Silvesterparty ist dann wohl gelaufen, naja, wenigstens keinen größeren Kater morgen und halbwegs ausgeruht.

Drei Stunden später ist die Party zu dritt am vorläufigen Höhepunkt angekommen. Zumindest was die Lautstärke der Gäste angeht. Und zwar des Kleinsten Gastes. An Schlafen ist nicht mehr zu denken und der verfluchte Schnupfen der Kleinen macht die Sache nicht gerade einfacher.
Irgendwann fallen wir dann alle gemeinsam ins Koma. Die Kleine erschöpft und schniefend zwischen uns, schenkt uns auch im unruhigen Schnupfen Schlaf noch ihre Aufmerksamkeit in Form von kleinen Patschehändchen, die abwechselnd auf die Mama und den Papa klatschen. Mein letzter Gedanke bevor ich endgültig ins Koma falle: „Du musst die Welt warnen. Schreib´s morgen auf den Blog. Bloß keine Kinder bekommen!“

Um 10:30h komme ich wieder zu mir. Ein fröhliches „Ga!“ ertönt neben mir und ein zuckersüßes Lächeln lässt mich zumindest kurzzeitig meinen schweren Kopf, die müden Glieder und den Vorsatz von gestern Nacht/Morgen vergessen. Krasse Party war das. Jetzt fühlt´s sich eigentlich an wie jedes Jahr an Silvester, obwohl wir quasi schon gegen 1 Uhr im Bett waren.

Von dieser Seite aus also ein verkatertes: „Proschd Neu Jahr!“